Medizinisches Versorgungszentrum

Medizinische Versorgungszentren (MVZ) sind fachübergreifende, ärztlich geleitete Einrichtungen, in denen Ärzte als freiberufliche Vertragsärzte und/oder als angestellte Ärzte fachübergreifend tätig sind.

Im Gegensatz zu einer Gemeinschaftspraxis müssen in einem MVZ Ärzte mit verschiedenen Facharzt- oder Schwerpunktbezeichnungen praktizieren. Ärzte, die zum Beispiel ausschließlich der hausärztlichen Versorgung angehören, können somit kein MVZ bilden.

Das MVZ zählt zu den Berufsausübungsgemeinschaften.

In einem Medizinischen Versorgungszentrum können sowohl freiberuflich tätige Ärzte und Psychotherapeuten als auch angestellte Ärzte und Psychotherapeuten arbeiten.

Folgende Varianten sind möglich:

  • Freiberufler-Variante:
    In dem MVZ arbeiten ausschließlich selbstständig tätige Ärzte und Psychotherapeuten. Ihre persönliche Zulassung ruht und wird von der Zulassung des MVZ überlagert. Dabei können Ärzte und Psychotherapeuten auch wieder ihre Zulassung „aktivieren“ und in einer Einzelpraxis ausüben.
  • Angestellten-Variante:
    Rund zwei Drittel der derzeit 1.500 MVZ in Deutschland sind reine Angestellten-MVZ. Das MVZ ist hier als juristische Person (i. d. R. eine GmbH) Inhaber der Zulassung. Ärzte und Psychotherapeuten, die ihren Sitz einem MVZ übertragen, können ihn nicht wieder aus dem MVZ herauslösen. Angestellte werden – sofern sie mindestens eine halbe Stelle ausfüllen – Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigungen.
  • Misch-Variante:
    Ein MVZ arbeitet sowohl mit Vertragsärzten als auch mit Angestellten. Dies ist zum Beispiel eine Möglichkeit, wenn ein Arzt, der kurz vor dem Ruhestand steht, seine Zulassung an das MVZ überträgt und dort noch einige Zeit als Angestellter tätig ist, während sein Partner sich die Rückkehroption in die Niederlassung noch erhält und als Freiberufler im MVZ tätig ist.

Auch für MVZ gilt: Für jeden zusätzlichen Arzt oder Psychotherapeuten benötigt das MVZ einen freien Arztsitz.

Wesentliche Merkmale: 

  • fachübergreifend tätig
  • ärztlich geleitet
  • gemeinsame Abrechnung
  • gemeinsamer Patientenstamm
  • gemeinsame Nutzung von Räumlichkeiten, Geräten, Personal etc.
  • Genehmigung durch den Zulassungsausschuss erforderlich


(Text: Kassenärztliche Bundesvereingiung)