Faktencheck

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Mythen + Fakten

Früher einmal - da war die Niederlassung selbstverständliches Berufsziel ganzer Ärztegenerationen. Und heute? Die eigene Praxis, noch dazu in ländlicher Umgebung, ist in der jungen Ärztegeneration nicht mehr angesagt. Doch was ist dran an den vielen Vorurteilen, mit denen die Niederlassung mittlerweile behaftet ist? Wir haben die gängigsten Mythen und Märchen rund um das Negativ-Image vom Arzt als Einzelkämpfer in der Provinz zusammengestellt. Machen Sie den Faktencheck …

Als niedergelassener Arzt verdient man kaum etwas.

Unsere Honorarstatistiken sagen etwas anderes. Als Vertragsarzt oder -therapeut können Sie ein weit überdurchschnittliches Einkommen erzielen, das im Ranking der medizinischen Berufe ziemlich weit vorne liegt. Das Einkommen als Niedergelassener hängt natürlich von unterschiedlichen Faktoren ab - Praxisgröße, Praxisstandort, medizinische Schwerpunkte, Zusatzqualifikationen … Aber Hausärzte in Niedersachsen verdienen nach unserer Honorarstatistik rund  300.00 Euro im Jahr. Damit lassen sie die Oberärzte in deutschen Krankenhäusern weit hinter sich (… und die Bundeskanzlerin übrigens auch).

Die Kreditaufnahme für eine eigene Praxis kann mich in den Ruin treiben.

Unsere Erfahrung sagt: Es ist noch kein niedergelassener Arzt wegen seiner Praxistätigkeit pleite gegangen. Kein Wunder, dass unser jahrzehntelanger Partner für Praxisfinanzierungen, die ApoBank, zu den stabilsten Kreditinstituten überhaupt gehört. Unsere Berater arbeiten gemeinsam mit Ihnen Ihren Business-Plan für die Bank aus, der solide ist, auf genauer Kenntnis des Marktumfeldes beruht und langfristig trägt. Als Arzt haben Sie immer genug zu tun. Da tilgt sich der Praxiskredit ganz von allein. Und dass Ihr Honorar pünktlich auf Ihrem Konto ist - dafür sorgen wir.

Niederlassung bedeutet einen 12-Stunden-Tag.

Wer sagt das? Es ist Ihnen überlassen, was Sie aus dem Tag machen. Sie müssen Ihre Praxis 25 Stunden in der Woche geöffnet halten. Macht fünf Stunden am Tag. Zeit für Verwaltung und Praxisorganisation kommt natürlich hinzu - aber die lässt sich effizient organisieren. Wenn Sie mehr Sprechstunden abhalten, werden Ihre Patienten es Ihnen danken. Aber wann Sie die abhalten, ist Ihre Entscheidung. Wie wäre es mit einer Samstagssprechstunde für diejenigen, die aus beruflichen Gründen unter der Woche nicht kommen können? Und dafür ist der Donnerstag frei - zum Shoppen und für Erledigungen. Übrigens: Patienten kann man daran gewöhnen. Wenn der Doktor für seine Patienten da ist, akzeptieren die auch, dass er Zeit für die Familie haben möchte.

Die viele Bürokratie raubt mir die Hälfte meiner Arbeitszeit.​

Ohne Dokumentationen und Arztberichte geht es nicht. Das kennen Sie aus dem Krankenhaus zur Genüge. Mehr kann es in der eigenen Praxis auch nicht werden. Aber weniger: Mit etwas Organisationstalent und der richtigen Praxissoftware erledigen Sie den meisten Schriftkram gleich am Bildschirm und online. Oder noch besser: Lassen Sie es Ihre Mitarbeiterinnen für Sie tun. Dann haben Sie Kopf und Hände frei für Ihre Patienten.

Wegen der ständigen Bereitschaftsdienste hat man kaum noch Freizeit.

Das war einmal. Doch in den letzten Jahren hat sich viel getan. Die neue Einteilung der Bereitschaftsdienstbereiche durch die KVN hat zur Bildung größerer Bereitschaftsdienstringe geführt. Meist teilen sich 150 bis 200 Ärztinnen und Ärzte die Dienste untereinander auf. So reduziert sich die Dienstbelastung für jede(n) auf zwei Dienste im Quartal. Die finden meist in zentral gelegenen Bereitschaftsdienstpraxen statt, die in Kliniken integriert sind - mit eigenem, fest angestellten Personal. Es besteht also keine Notwendigkeit mehr, die eigene Praxis am Wochenende geöffnet zu halten.

Als niedergelassener Arzt versauere ich auf dem Dorf.

"Landarzt" bedeutet nicht zwangsläufig "Dorfarzt". Niedersachsen ist geprägt von vielen mittleren und kleineren Städten, die eine großartige Lebensqualität bieten. Natürlich - in Studienzeiten locken die großen Universitätsstädte mit Nachtleben und Szenerestaurants. Doch im Laufe der Zeit verschieben sich die Interessen. Die Kinder wachsen abseits des großen Trubels vielleicht behüteter und naturverbundener auf, ohne auf gute Schulen verzichten zu müssen. Statt in der Anonymität der Großstadt lebt man noch in lebendiger Nachbarschaft, in der jeder "den Doktor" oder die "Frau Doktor" kennt und schätzt. Und wer große Kultur möchte, fährt mit dem Auto eine halbe Stunde in die nächste Metropole - und ist am Ende froh, wieder daheim zu sein.

Ständig hängt das Damoklesschwert von Regressen über meinem Kopf.

Es ist ein ziemlich stumpfes Schwert geworden, das da hängt. Neuerdings orientieren sich die Richtgrößen für Arzneimittelverordnungen am Verordnungsdurchschnitt der Fachgruppe. Nur "Ausreißer", die mehr als 50 Prozent darüber liegen, werden geprüft. Damit es gar nicht erst dazu kommt, verschickt die KVN Frühinformationen. Damit erkennt jeder Arzt auf einen Blick, wo er mit seinem Verordnungsvolumen steht. Und wenn es doch einmal passiert ist, hilft die KVN mit Beratungen und Analysetools, um die Prüfung noch abzuwenden. Doch wenn man die Zahlen ein wenig im Blick behält, wird es so weit gar nicht kommen.

Ich würde mich ja niederlassen. Aber wo soll meine Partnerin/ mein Partner dann arbeiten?

Fachkräfte werden mittlerweile nicht nur in den Industriegürteln der großen Städte gesucht. Viele Unternehmen abseits der großen Ballungszentren brauchen neue Mitarbeiter. Auch bei der Vermittlung von Arbeitsplätzen kann die KVN behilflich sein. Und die Gemeinde, die froh ist, einen Nachwuchsarzt für sich gefunden haben, wird ebenfalls alles tun, um auch seine Partnerin gut unterzubringen. Übrigens: Telearbeitsplätze sind auf dem Vormarsch. Warum nicht an zwei, drei Tagen die Woche zu Hause arbeiten und nur an den übrigen Tagen in die Zentrale fahren? Der digitale Umbruch in der Industriegesellschaft macht vieles möglich, was noch vor wenigen Jahren Utopie war. Auch so kann Work-Life-Balance aussehen.

Ich bin kein Betriebswirt. Für die eigene Praxis fehlt mir das unternehmerische Wissen.

Die eigene Praxis ist ein Wirtschaftsmodell, das sich seit Jahrzehnten für Menschen bewährt hat, denen Zahlenspiele eigentlich fern liegen. Für etwas unternehmerisches Basiswissen sorgt die KVN mit maßgeschneiderten Seminaren für Praxiseinsteiger. Zusammen mit Ihnen erstellen wir einen Business-Plan. Wir kennen das Umfeld, in dem Sie sich niederlassen wollen, und können beurteilen, ob Ihr Vorhaben aussichtsreich ist. Wir machen Sie fit für eine effiziente Praxisorganisation und geben Ihnen Tipps für eine optimale ärztliche Honorarabrechnung. Und die Berater in Ihrer KVN-Bezirksstelle haben für Ihre Fragen und Anliegen immer ein offenes Ohr.

Arbeiten als Einzelkämpfer liegt mir nicht. Ich möchte im Kollegenteam arbeiten.

Dann wäre eine Praxisgemeinschaft oder Gemeinschaftspraxis das Richtige für Sie. Hier arbeiten Sie mit Kolleginnen und Kollegen zusammen und können sich doch Ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit bewahren. Viele niedergelassene Ärzte möchten gerne einen Partner oder eine Partnerin mit in die eigene Praxis nehmen. Und wenn nicht - auch in einem Ärztenetz kann man sich gut aufgehoben fühlen. Sie stehen mit anderen Praxen in Verbindung, haben feste Ansprechpartner für Überweisungen und Fallbesprechungen, die Sie regelmäßig auf Qualitätszirkeln sehen. Im Kreise niedergelassener Kolleginnen und Kollegen bauen sich oft jahrzehntelange Kontakte auf, auf die man sich verlassen kann. Konsultationen von Fachkollegen werden künftig übrigens immer mehr per Video-Konferenz erfolgen. Die Digitalisierung lässt dann wie von selbst einen Ärzteverbund um Sie herum entstehen.